Detailansicht

Die „Entremeses” (Zwischenspiele) von Miguel de Cervantes

30.01.2016 | 

Am vergangenen Mittwoch, dem 13. Januar, führte das Ensemble Teatro del Repartidor in der 16. Saison „Theater und Musik für Schüler“ der Escenarios Educativos zwei der acht berühmten Zwischenspiele von Cervantes auf: „La cueva de Salamanca“ (Die Höhle von Salamanca) und „El retablo de las maravillas“ (Das Wundertheater).

Dieses Mal war es die 9. Jahrgangsstufe, die die Aufführung besuchen durfte. Im Theater des Goldenen Zeitalters war der Entremés ein komischer, schwankhafter Einakter in Prosa, der zwischen den ersten und zweiten Akt des eigentlichen Theaterstücks eingeschoben wurde und einen burlesken Blick auf die Realität warf. Der Gegensatz zwischen den Kurzformen (Loa, Entremés und Sainete) und dem eigentlichen Drama, das die Realität idealisierte, wurde von dem Publikum der Zeit sehr geschätzt. Das ging so weit, dass der Entremés zusammen mit den anderen Kurzformen nicht nur keine Langeweile zwischen den Akten aufkommen ließ, sondern den Erfolg des Dramas erhöhte und manchmal sogar dessen Misserfolg auffing. Das barocke Theater des 17. Jahrhunderts war ein Gesamtschauspiel und die einzige Unterhaltungsform, die einem Publikum zugänglich war, das hauptsächlich aus Analphabeten bestand, die aber Experten in Sachen Theater waren und hohe Ansprüche stellten. In „Die Höhle von Salamanca“ spinnt ein Student eine Intrige, um seine Beschützerinnen, die gleichzeitig seine Liebhaberinnen sind, zu retten, als der Ehemann der einen überraschend aufkreuzt, und in „Das Wundertheater“ erscheint eine Gruppe von Schelmen in einem Dorf, um eine ungewöhnliche Vorstellung  zu geben und die Bewohner zu übervorteilen, deren einzige Sorge der Schein ist. Nach der Aufführung der Stücke standen die Schauspieler dem jugendlichen Publikum des 21. Jahrhundert verschiedener Schulen Rede und Antwort, deren Fragen sich sowohl auf  das Subgenre des Entremés als auch auf den Schauspielerberuf bezogen.

Die Schüler äußerten sich sehr positiv über diese Art der Annäherung an zwei der repräsentativsten cervantinischen Zwischenspiele, die eine Epoche mit ihren besonderen Gegebenheiten widerspiegeln und doch einen erstaunlich hohen Grad an Ähnlichkeit mit unserem Alltag aufweisen.




Zurück | Nach oben | Druckansicht
Sprachauswahl