2. Bildungsziele

2.1 Frühe Ziele der Schulgartenarbeit

Zwei Aspekte waren hierbei vorranging:

A) die wissenschaftliche Beobachtung: „Highlights“ wie Darwins Evolutionstheorie und Mendels Vererbungslehre sollten veranschaulicht werden;

B) die wirtschaftliche Subsidiarität: jeder schulentlassene Mensch sollte in der Lage sein, einen einfachen Garten für den Eigenkonsum zu bebauen.

 

2.2 Bildungsziele in der Gegenwart

Und heute? Im Zeitalter

A) multimedialer Erziehung, wo alles sofort mit bewegten Bildern erklärt und in drei Dimensionen simuliert werden kann; und

B) materiellen Wohlstands, in dem die Nahrungsbeschaffung längst nicht mehr den Lebensmittelpunkt bildet:

Hat da der Schulgarten überhaupt noch eine Berechtigung?

Neue Medien helfen sicherlich komplexe Lerninhalte zu veranschaulichen, führen aber auch leicht dazu, dass das virtuelle Bild vom Realen manchmal die Wirklichkeit ersetzt. Zeugnis hierfür liefern lila Kühe in Kinderzeichnungen.


(Bigstock: Dudarev Mikhail)

 

2.3. Reales Lernen

Erst das reale Lernen ermöglicht dem Kind einen direkten Bezug zu seiner natürlichen Lebensgrundlage und zur Einsicht, dass es mit anderen Lebewesen im Kreislauf der Natur zusammenlebt.

 

2.4. Bewahrung der Schöpfung

Schulgartenarbeit geht aber noch viel weiter: In ethischer und religiöser Hinsicht ist sie ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung:

Albert Schweitzer zählt es zu eine der wichtigsten Aufgaben der Schulen der Gegenwart, Kindern Einsicht in das ethische Prinzip zu geben: "Leben soll sein". "Diese [Einsicht] kann in keinem Klassenzimmer so vermittelt werden als in der Konfrontation mit dem Lebendigem in einem Garten", schreibt er in seiner "Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben".

  
Albert Schweitzer (Allg. Deutscher Nachrichtendienst, Bild 183, 1955)
Gedenkstein (Wikipedia: OTFW, Berlin, 2011)

 

2.5. Lernen mit Herz, Hand und Verstand

In pädagogischer Hinsicht ist die Schulgartenarbeit ein Musterbeispiel für Pestalozzis "ganzheitliche Erziehung" mit Herz, Hand und Verstand, vereint sie doch handlungsorientiertes Lernen mit affektivem Ergriffensein und der Einsicht in ökologische und biologische Zusammenhänge.

 

(wahrscheinlich F.G.A. Schöner:
Johann Heinrich Pestalozzi) 

 

2.6. Soziale Kompetenz

Die Arbeit im Schulgarten fördert auch soziale Kompetenz, indem sie es ermöglicht, neben der Selbstentfaltung auch Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Kindern wird bewusst, dass sie ein Teil dieser Welt sind. Frei nach dem Motto: "Erziehung zur Verantwortung durch Übernahme von Verantwortung"

 

2.7. Emotionale Sensibilisierung

Nicht zuletzt erleben Kinder den Schulgarten mit allen Sinnen, entwickeln ein emotionales

Verhältnis zu Tieren und Pflanzen und spüren Freude an der Schönheit und Ästhetik der Natur.


(Bigstock: Egal)

2.8. Fächerverbindendes Lernen

Immer wieder ermöglich der Schulgarten auch, Unterrichtsinhalte aus anderen Fächern einzubinden udn zu veranschaulichen. So können für Sachkunde z.B. Frühblüher gepflanzt oder Bodenproben entnommen und untersucht, Insekten im Hotel beobachtet werden. Für Mathematik wird gemessen, wie viele Samen pro Pflanzreihe gesteckt werden müssen oder wie lange die Wuchszeit zwischen Aussaat und Ernte dauert. Wo möglich wird versucht, Tier und Pflanzennamen in deutsch und spanisch zu vermitteln.




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